Was bin ich wert?

von Arnold Neumaier


``Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen.... Du sollst deinen Nächsten lieben wie Dich selbst.''
(Markus 12:30)


Kann ich mich liebhaben?
Was ist es alles in meinem Leben, was mich daran hindert?
Was kann ich lieb haben, was nicht?
Wo fühle ich mich anerkannt, kompetent, erfolgreich, geliebt?
Und wo unterlegen, versagend, behindert, wertlos, ausgestoßen, nicht anerkannt, hilflos, isoliert?

Habe ich Mitleid mit anderen, die versagen, behindert sind, isoliert, ohne Anerkennung?

So wie eine Mutter ihrem Kind begegnen und es ermutigen würde, wenn es auf solche Weise benachteiligt wäre, so kann ich auch mit mir selbst umgehen: Mich nicht anklagen, wenn ich versage, sondern trösten. Mich nicht zurückziehen, wenn ich mich isoliert fühle, sondern mich ermutigen, trotzdem Schritte auf andere zu zu machen. Mich nicht fallen lassen, wo ich mich behindert fühle, sondern mir eine Stütze sein, mir Wege einfallen lassen, wie ich die Behinderung überwinden oder ausgleichen kann. Ich kann liebevoll meine eigenen Mängel tragen lernen und sie so erträglich machen.

Unser Heiland Jesus Christus, der mich liebt und mich heilen will, wird mir zur Seite stehen. Er wird die Kraft immer wieder erneuern, die mich fähig macht, mich selbst anzunehmen und mir mit Liebe zu begegnen. Und wenn ich mich selbst weniger verletze, bin ich auch fähiger, andere anzunehmen und ihnen mit Liebe zu begegnen.


Herr,

Du kennst mein Herz und meine Gefühle. Du weißt, wie oft ich mich quäle mit meinem Selbstbild, und den Widerspruch empfinde zwischen dem, wie ich sein soll, und dem, wie ich mich erlebe.

Ich danke Dir, daß Du mich so liebst, wie ich bin, mit allen meinen Vorzügen, Fehlern und Schwächen. Ich danke Dir, daß Du das geknickte Rohr nicht zerbrichst, sondern aufrichtest, und den glimmenden Docht nicht auslöschst, sondern neu zum Brennen bringst. In Deinen Augen bin ich wert geachtet, Dein geliebtes Kind, für das Du Dich mühst und das Du ernährst und pflegst.

Bitte sei Du mit mir, daß ich mit mir selbst auch so umzugehen lerne, wie Du es mit mir tust; daß ich mir Deine Liebe zum Vorbild dafür nehmen kann, wie ich mir selbst Liebes tun kann. Und bring Du bitte in mir auch das zur Entfaltung, womit ich anderen in Liebe dienen kann.

Ich danke Dir, daß ich mich vor Dir nicht zu verbergen brauche, daß ich mit Dir offen über alles reden kann, was in mir in Verwirrung ist und was mich niedergeschlagen macht, und daß Du mich so wachsen läßt, daß ich inneren Frieden bekomme und andern ein Zeichen Deiner Liebe werden kann.

Danke für Deine Liebe und den Mut, den Du mir immer wieder machst.

Amen


``Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.''
(Jes. 66:13)

``Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf daß ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.''
(Jes. 57:15)

``Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.''
(Jes. 42:3)

``...weil du in meinen Augen so wert geachtet und auch herrlich bist und weil ich dich lieb habe.''
(Jes. 43:4)

``...meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.''
(Römer 12:9)


Trost und Vertrauen