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Einige Philosophen "uber Gott und Religion

Immanuel Kant (1724-1804):

1. Transzendentale Analyse des menschlichen Erkenntnisvermögens: Wahre Erkenntnis ist nur hinsichtlich der sinnlich wahrnehmbaren Gegenstände der Welt möglich, da nur sie erfahrbar sind. Christologie z. B. wird daher auf Aussagen über den historisch aufzufassenden Menschen Jesus reduziert (Vorbild-Christologie).

Folge: Gott ist mit der theoretischen Vernunft nicht erkennbar; Ende der Gottesbeweise und der natürlichen Theologie.

2. Praktische Philosophie: Oberstes Begründungsprinzip für Handlungen bzw. Normen ist der "kategorische Imperativ": "Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne".

Folge: Gott ist im Bereich der praktischen Vernunft notwendig; denn der Glaube an Gott als Garanten wie an die Unsterblichkeit der Seele und die Freiheit motivieren zur Befolgung des kategorischen Imperativs (praktische Funktion der Religion).

Was ist dann Religion?

Ludwig Feuerbach (1804-1872):

Projektionstheorie: Religion ist die Selbstanbetung des Menschen, der seine Wünsche auf Gott projiziert. Religion und Theologie sollen nicht negiert, wohl aber in Anthropologie aufgelöst werden, damit die Zerissenheit des Menschen in seinem Verhalten zur Welt und zu seinen Wünschen überwunden wird.

Karl Marx (1818-1883):

Gesellschaftskritische Deutung der Religion: Religion ist eine interessenbedingte Vertröstung, "Opium für das Volk", Mittel sozialer Beschwichtigung und Vertröstung.

Sigmund Freud (1856-1939):

Psycholanalythische Deutung der Religion: Religion ist eine infantile Illusion. Die Wünsche des kindlich hilflosen Menschen nach Schutz vor den Gefahren des Lebens kommen zum Ausdruck. Das Geheimnis der Stärke der Religion ist die Stärke dieser Wünsche. Religion, für den einzelnen Menschen wie für die Menschheit insgesamt, ist eine pubertäre Durchgangsphase der Menschheitsentwicklung.

Karl Barth (1886-1968):

"Religion ist Unglaube": das Unternehmen des Menschen, sich ein Gottesbild zu schaffen (KD I/2). Durch Religion wird der Offenbarung vorgegriffen und Gott für den Menschen verfügbar gemacht: Es gibt also kein Zurück hinter die Religionskritik von Kant, Feuerbach, Marx und Freud.

Gott gibt sich in seiner Offenbarung in dreifacher Gestalt zu erkennen:

1) Gott, der seinem Wesen nach den Menschen Verhüllte (natürliche Theologie ist unmöglich), enthüllt sich selbst und
2) ist in seinem Sein zu anderen hin entsprechend für uns in Christus offenbar,
3) er wird in uns durch den Heiligen Geist lebendig

(trinitarisch strukturierte Offenbarungslehre in den Prolegomena, vgl. KD I/1, 129, 311ff.).




PD Dr. Joachim Zehner
Arbeitsbuch Systematische Theologie
(Gütersloher Verlagshaus 1998)


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